Quake Live läuft auf id Tech 3 (der klassischen Quake 3 Engine) und liefert einen kostenlosen Dedicated Server, den du mit SteamCMD installierst. Das ist die komplette Self-Host-Anleitung unter Linux. Wenn du einfach nur einen Server für heute Abend willst, ohne all das: 2hours.gg deployt einen in etwa fünf Minuten und du zahlst nur für die Stunden, die du nutzt.
Einen Quake Live Server auf 2hours.gg deployen
1. Voraussetzungen
- Eine Linux-Maschine (Ubuntu funktioniert gut). Der Server ist schlank, etwa 1,1 GB installiert.
- SteamCMD, dazu die 32-Bit-Bibliotheken dafür (lib32gcc-s1, lib32stdc++6) und ca-certificates (siehe den Stolperstein unten).
2. Mit SteamCMD installieren
Der Dedicated Server ist Steam app 349090 und installiert anonym (kein Account nötig):
steamcmd +force_install_dir ./qlds +login anonymous +app_update 349090 validate +quit3. Den Server starten
Die Installation liefert run_server_x64.sh mit, das Arbeitsverzeichnis und Library-Pfad für dich setzt. Übergib deine Einstellungen dahinter:
./run_server_x64.sh +set net_port 27960 +set sv_hostname "My Quake Live Server" +set fs_homepath ~/.quakeliveZwei Stolpersteine, die echte Debugging-Zeit kosten:
- Installiere ca-certificates. Der Server macht direkt nach der Initialisierung einen SSL-Handshake zum Steam / Quake Live Backend; ohne vertrauenswürdige Root-Zertifikate hängt er und bindet seinen Port nie (kein Fehler, er bleibt einfach stehen, bevor eine Map geladen wird).
- Auf einem modernen Betriebssystem kann das 2016er Binary während der Steam-Init mit "corrupted size vs. prev_size" abstürzen. Starte es mit der Umgebungsvariable GLIBC_TUNABLES=glibc.malloc.check=0, um den abbrechenden malloc-Check zu deaktivieren, dann bootet es sauber.
4. Den Port öffnen
Öffne UDP 27960 (net_port) eingehend. Dieser eine Port trägt das Spiel, die Server-Browser-Abfrage und den Steam-Verkehr. Es gibt keinen separaten Query-Port. Der ZMQ-rcon-Port (28960/tcp) sollte gegenüber dem Internet geschlossen bleiben, nutze ihn nur von einem vertrauenswürdigen Host aus.
5. Gametypes und Maps konfigurieren
Der Server führt beim Start automatisch baseq3/server.cfg aus. Nützliche Einstellungen: sv_hostname, sv_maxClients (Standard 16), g_password (ein serverweites Beitritts-Passwort), sv_master 1 (im Browser erscheinen) und serverstartup (der Befehl, der nach Abschluss der Init einmal ausgeführt wird). Um direkt in einen Gametype + Map zu booten, setze serverstartup so, dass es einen lädt, zum Beispiel:
set serverstartup "map campgrounds ca"Gametype-Token: ffa, duel, tdm, ca, ctf, ft, dom und mehr. Die Map-Abstimmung zieht aus der Map-Pool-Datei, die über sv_mapPoolFile gesetzt wird (die Installation liefert mappool.txt plus modusspezifische Pools wie mappool_ca.txt).
6. Dir selbst Admin geben
Admin ist eine Textdatei: baseq3/access.txt, ein Eintrag pro Zeile als steamid|admin. Deine 64-Bit Steam ID bekommst du, indem du einem Match beitrittst und players in der Konsole tippst, dann füge eine Zeile wie 76561198000000000|admin hinzu. Wenn du sie bearbeitest, während der Server läuft, lade sie mit reload_access neu (über rcon oder als Admin). Moderiert wird über das Scoreboard-Menü und Callvotes, nicht über den alten Befehl /mod (der existiert nicht mehr).
7. Eigene Inhalte (Steam Workshop)
Quake Live lädt nur eigene Maps und Factories automatisch herunter, die im Steam Workshop sind. Setze eine Workshop-Item-ID pro Zeile in baseq3/workshop.txt und der Server holt sie, bevor er den Start abschließt.
Oder überspring das alles
Auf 2hours.gg wählst du einen Gametype, eine Map und eine Größe und bekommst in etwa fünf Minuten einen konfigurierten, admin-fertigen Quake Live Server, in einer Region nahe deiner Gruppe, stundenweise abgerechnet. Kein Linux, kein SteamCMD, kein Port-Forwarding.